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Resolution des Senats der Universität Innsbruck

Der Senat hat sich durch eine Resolution gegen Vollrechtsfähigkeit und Studiengebühren ausgesprochen. Die wichtigsten Kritikpunkte des Senates werden im folgenden Artikel zusammenfassend dargestellt.

In erster Linie stellt der Senat fest, daß die Reform durch das UOG 93 noch nicht bewertbar ist und deshalb der Zeitpunkt für eine neuerliche Umstrukturierung der Universität, der falsche ist. Weiters kritisiert der Senat die vorgesehene 'Flexibilisierung', 'Re-Zentralisierung' und 'Liberalisierung' und vermißt eine Reflexion über die Aufgaben und Ziele der Universität.

Unter 'Flexibilisierung', so der Senat, "wird ein 'hire-and-fire'-Prinzip insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs propagiert und stillschweigend vorausgesetzt, daß Menschen ausschließlich durch die Drohung mit dem Schleudersitz zu Leistungen motiviert wuerden." So steigt die Versuchung, Leistungsschwächen durch Schuldzuweisungen zu verdecken anstatt Strukturmängel zu beheben.

"Die angestrebte 'Re-Zentralisierung' innerhalb der Universitäten wird nicht die erhoffte Effizienzsteigerung bringen, sondern im Gegenteil zur Lähmung des Universitätsbetriebes führen."

An der 'Liberalisierung' kritisiert der Senat, die inhaltliche Bedeutung des Wortes: Liberalisierung heißt, "die Freiheit einiger weniger, in autoritärer Manier über Personen und Ressourcen zu verfügen". Für StudentInnen, die nicht mehr an den Entscheidungsprozessen partizipieren können, besteht "die Wahl zwischen Unterwerfung oder Revolte".

Abschließend meint der Senat, daß "fraglos als Dogma vorausgesetzt wird, daß Universitäten als Ganzes wie Betriebe zu funktionieren und Wissensangebote zu liefern haben, die auf eine kaufkräftige Nachfrage treffen. Die Hochschulen werden mit anderen Dienstleistungsbereichen als Ort gewinnbringender Investitionen von privater Seite betrachtet, und schließlich verkommt auch das Studium als solches zur finanziellen Investition, die sich amortisieren soll. Zukunftsaufgaben, die aus der Gesellschaft auf die Universität zukommen werden, können unter derart verengten Perspektiven keine Berücksichtigung finden."..."Wenn die Politik will, daß Bürgerinnen und Bürger des Gemeinwesens ihr Leben als mehr begreifen können denn als Gelderwerb und Geldausgabe, und wenn das "consumo ergo sum" nicht das letzte Wort in der Frage nach unserer Identität sein soll, dann sollte die Hochschulpolitik die wesentlichen Aufgaben der Universität nicht ignorieren.

zur Autorin:

Silvia Pitscheider
Geb. 12.9.´76

studiert POWI/Pädagogik
seit 1999 Studienrichtungsvertreterin POWI
email: Silvia Pitscheider